Besonders in dieser Winterzeit verbringen Ihre Pferde viel mehr Zeit im Stall oder in der Box. Umso wichtiger ist eine gute Stallhygiene!
Wie oft und wie sollten Sie den Stall reinigen und welche Risiken sind mit schlechter Stallführung verbunden? Das lesen Sie hier.
„Einmal pro Woche ausmisten, dabei das saubere Stroh beiseitelegen, ist an sich eine ausgezeichnete Methode und Frequenz. Das tägliche Entfernen der Dungballen und gegebenenfalls nasser Stellen ist natürlich noch besser, aber nicht immer machbar. Wichtig ist, den Stallboden trocknen zu lassen, bevor Sie alles wieder ausstreuen. Bakterien und Viren vertragen Trockenheit meist schlecht. Sie gedeihen am besten unter Feuchtigkeit, Schmutz und Dreck. Es gibt Hunderte von Bakterienarten, die einfach im Boden leben oder irgendwo umherstreifen und nur eine Chance bekommen, wenn ein Nährboden entsteht. Das kann ein schmutziger Stall sein, aber auch eine Wunde. Zum Beispiel existieren Tetanusbakterien im Boden, können aber nur zuschlagen, wenn eine tiefe Wunde vorhanden ist. Mug und Felsenrochen sind häufige Bakterien, die bei Feuchtigkeit, Schmutz oder Dreck die Oberhand gewinnen. Ein schmutziger Stall und die Empfindlichkeit des Pferdes bestimmen, ob es eine Hautinfektion an den unteren Beinen (Mug) entwickelt.
Es ist auch gut, den Stall gründlich zu reinigen, mindestens einmal im Jahr. Mit Wasser und einer Bürste. Eine Aufgabe für bald, wenn der Frühling zurückkehrt!
Wenn Sie den Stall desinfizieren wollen, zum Beispiel weil ein neues Pferd einzieht, muss er immer zuerst gründlich gereinigt werden. Altmodisch mit Wasser, Seife und einer Bürste. Erst einweichen und dann bürsten. Ja, das ist arbeitsintensiv, aber wenn Sie das nicht tun, ist das Desinfizieren mit irgendeinem Desinfektionsmittel sinnlos. Es wird auch geraten, mit dem Hochdruckreiniger vorsichtig zu sein. Diesen können Sie perfekt verwenden, wenn ein Stall komplett leer ist, also keine anderen Pferde im Stall sind, denn ein Hochdruckreiniger verteilt viele Keime in kleinen Feuchtigkeitströpfchen.”
Was sind die Folgen schlechter Hygiene im Stall?
„Schmutz an sich macht ein Pferd nicht krank. Ein schmutziger Tränke, schimmeliges Heu oder ein schmutziger Stall stellen keine direkte Gesundheitsgefahr dar, im Sinne von Infektionen. Es ist hauptsächlich ein praktisches Problem. Ein Pferd trinkt kein schmutziges Wasser und frisst normalerweise kein schimmeliges Heu. Natürlich kann schimmeliges Heu Koliken verursachen und ist auch schlecht für die Atemwege. Eine schmutzige Tränke kann indirekt die Verbreitung eines Virus fördern. Und ein schmutziger Stallboden kann zu Hufproblemen führen. In extremeren Fällen verursacht es eine Wurminfektion, denn wenn der Mist lange liegen bleibt, kann der Zyklus der Wurmeier durchlaufen werden und eine neue Infektion verursachen.” Die Entwicklung vom Ei zum Wurm dauert drei bis sechs Wochen. Wenn Sie regelmäßig ausmisten, vollenden die Würmer ihren Zyklus/ihre Entwicklung nie. Deshalb ist es auch wichtig, den Mist von der Weide zu entfernen. Das Abziehen des Mistes hilft ebenfalls, weil die Larven leichter austrocknen und der Zyklus nicht abgeschlossen wird.”
Wie sieht es mit einer Tränke aus?
„Eine Tränke auf der Weide mit stehendem Wasser sollte mindestens einmal pro Woche komplett gereinigt werden. Sonst wächst dort alles hinein. Algenwachstum ist noch nicht das größte Problem, aber allerlei Keime können sich dort ebenfalls ansiedeln. Und wenn ein Pferd mit einer Infektion seine Nase ins Trinkwasser steckt, kann es andere Pferde anstecken. Bei einer automatischen Tränke im Stall müssen Sie darauf achten, dass kein Futter oder anderer Schmutz hineingelangt. Das schimmelt schnell. Am idealsten ist es, die Tränke und den Futtertrog nicht direkt nebeneinander zu haben. Entfernen Sie auf jeden Fall regelmäßig Schmutz und Dreck aus der Tränke.”